Ein "Knappi-Tor", drei Punkte: WSV macht´s besser als in Velbert
Der Jubel im Gästeblock fiel ein wenig leiser aus, als der 1:0-Sieg des Wuppertaler SV beim FC Kray in trockenen Tüchern war. Für die Fans der Rot-Blauen, die einheitlich in schwarzer Kleidung erschienen waren, stand das Spiel im Zeichen des Abschieds von Patrick "Ernie" Piernikosch, der viel zu früh aus ihrer Mitte gerissen wurde.
Auch die Mannschaft gedachte ihrem langjährigen Fan: Kapitän Tom Moosmayer führte den WSV mit einem Bild des Verstorbenen auf den Platz.
Zwei Tage nach seiner Verpflichtung debütierte Rückkehrer Marco Neppe gleich in der Startelf. Der 26-Jährige ersetzte Jochen Schumacher, der in Velbert noch auf der rechten Abwehrseite spielte. Apropos Velbert: Nur eine Minute später als in der Vorwoche hätte Christian Knappmann beinahe erneut für eine frühe WSV-Führung gesorgt. Nach einer Flanke von Mehmet Boztepe schraubte sich "Knappi" mustergültig hoch, setzte den Kopfball aber an den Pfosten (3.). In der zwölften Minute zog Marcel Landers nach Ecke von Tom Moosmayer volley von der Strafraumkante ab – diesmal zielte der "WSV-Torschütze des Monats" aber knapp daneben. Und weiter der WSV: Boztepe wühlte sich rechts durch, flankte nach innen, wo Krays Torwart Omar Allouche einen Tick vor Knappmann ans Leder kam. Dann der erste Krayer Torschuss: Timur Karagülmez setzte sich gegen Raschid El-Hammouchi und Benjamin Reichert durch, verzog aber deutlich (16.). Zurück zur anderen Seite, wo der spielfreudige Boztepe von Moosmayer bedient wurde und einen Lupfer knapp neben dem Kasten platzierte (17.). Der WSV untermauerte in der Folge seine Gefahr bei Standards: Bei einer "Eckball-Parade" (vier in Folge) brannte es lichterloh vor dem Krayer Tor – besonders beim dritten Versuch, als André Wiwerink mit dem Kopf zur Stelle war, Keeper Allouche aber gerade noch die Arme hoch bekam (29.). Aus dem Spiel heraus sorgte vor allem Boztepe für Gefahr, auch wenn er hin und wieder – wie bei einer Aktion in der 35. Minute – den Zeitpunkt zum Abspielen verpasste. Verpasst hatte auch Landers einen Anspielpartner mit gleicher Trikotfarbe, als er sich in der 41. Minute auf rechts durchsetzte und nach innen flankte. Eine Minute später legte sich Knappmann den Ball im Strafraum zurecht, traf das Leder dann aber nicht richtig.
Ohne Veränderung ging es in die zweite Halbzeit. Personell ohne Veränderung – aber auch, was das Spielgeschehen anging. Knapp drei Minuten waren gespielt, als Boztepe nach einer Landers-Ecke den ersten Torschuss in Hälfte zwei absetzte. Wenig später wurde Marco Quotschalla an der Strafraumkante von Ricardo Zweck gefoult. "Nur" Freistoß, entschied Schiedsrichter Sascha Stegemann. Einen Elfer hatte "Knappi" auch gar nicht nötig, um sein Torkonto zu erhöhen: Fünf Minuten später netzte er per Kopf ein – endlich die verdiente WSV-Führung. Den Scorer-Punkt sicherte sich Boztepe, der eine mustergültige Flanke von der linken Eckfahne schlug. Kein Zufall: Jene zwei Akteure, die bis dahin schon an den meisten Torchancen beteiligt waren, krönten ihre gute Leistung. In der Folge hätte Knappmann für ein wenig Entspannung im rot-blauen Lager sorgen können, doch der zweite Treffer wollte weder ihm noch einem anderen Rot-Blauen gelingen. So blieb´s bei der knappen Führung, was den Blutdruck immer dann steigen ließ, wenn die Platzherren sich dann doch mal im gegnerischen Strafraum versuchten. Ein Ausgleich aus dem Nichts? Immer möglich, wie vor sechs Tagen gesehen. In ernsthafte Gefahr geriet der WSV diesmal aber nicht mehr und setzte so eine Schlussfolgerung aus dem Velbert-Spiel direkt in die Tat um: Wenn schon "nur" ein Treffer gelingt, dann muss hinten eben die Null stehen.
Hans-Günter Bruns: "Wir haben heute nicht nur gut gearbeitet, sondern auch gut Fußball gespielt. Leider haben wir viele hochkarätige Chancen ausgelassen - so wie in Velbert, wo wir am Ende noch bestraft wurden. Heute haben wir aber besser gespielt und hätten daher auch das eine oder andere Tor mehr verdient gehabt. Marco Neppe hat mich im Training überzeugt, daher habe ich ihn heute von Beginn an gebracht. Uns fehlte es gerade auf den Außenverteidiger-Positionen zuletzt an Ballsicherheit. Marco hat wenig bis kaum Fehler gemacht."
Nächste Aufgabe: Am kommenden Samstag (14.00 Uhr) empfängt der WSV die U23 des FC Schalke 04 im Stadion am Zoo.
WSV: Semmler – Neppe, Wiwerink, Reichert, El Hammouchi – Fleßers, Moosmayer – Landers, Boztepe (90. Schlieter), Quotschalla (73. Wassinger) – Knappmann (88. Meier). Trainer: Hans-Günter Bruns
Tor: 0:1 Knappmann (54.)
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 1.200
Gelbe Karten: Zweck, Knieper – Fleßers, Moosmayer















