Rückstand gedreht, Dreier geholt: WSV siegt in Mainz
Der Aufwärtstrend des Wuppertaler SV geht weiter: Beim 2:1-Auswärtserfolg gegen den FSV Mainz II holte das Team von Trainer Hans-Günter Bruns nicht nur den fünften Sieg im sechsten Spiel, sondern drehte auch erstmals in dieser Saison eine Partie und machte aus einem frühen Rückstand noch einen Dreier. „Das spricht für unsere Moral und wird der Mannschaft einen weiteren Schub geben“, freute sich Bruns.
Dabei passierte nach nur drei Minuten das, wovor der Coach vor dem Spiel gewarnt hatte: Luka Tankulic, der überraschend für den besten Mainzer Torschützen Erik Durm in der Startformation stand, brachte sein Team nach einem Pass von Zoltan Stieber in Führung. Eine kalte Dusche für die Gäste. Doch in der Folge zeigte sich der Unterschied zwischen dem WSV im Herbst 2011 und dem WSV im Winter 2012: Statt sich von dem frühen Rückstand beeindrucken zu lassen, fanden die ganz in blau gekleideten Gäste nach etwa 20 Minuten zurück ins Spiel. Der erste gefährliche Ausflug in der Mainzer Hälfte in der 13. Minute: Nach einem Foul an Christian Knappmann im Mittelfeld ließ Schiedsrichter Bischof den Vorteil laufen. Marcel Landers setzte sich auf der rechten Außenbahn durch, doch seine Flanke fehlte noch das rechte Timing. Vier Minuten später setzte Tom Moosmayer mit einem Steilpass Knappmann in Szene, der nur noch einschieben musste – leider Abseits.
Der WSV hatte nun Blut geleckt und spielte weiter munter nach vorne: Nach einem Freistoß von Landers aus dem rechten Halbfeld setzte Thomas Schlieter den Ball mit dem Kopf nur auf statt ins Tornetz (26.). Es sollte nur nicht der letzte Versuch des langen Innenverteidigers bleiben. Und schon der nächste war ein erfolgreicher: In der 37. Minute zielte Schlieter exakt in den Winkel – keine Chance für FSV-Keeper Loris Karius. Vorausgegangen war eine Ecke von Moosmayer, die zunächst abgewehrt wurde. Raschid El Hammouchi setzte „Moosi“ noch einmal in Szene – und der zweite Versuch stach.
Nach der Pause der bis dahin sehenswerteste WSV-Angriff: Knappmann setzte Maciej Zieba in Szene, der wiederum Übersicht bewies und zum parallel mitgelaufenen Moosmayer querlegte. Dumm nur, dass der Ball auf diesem Weg ein wenig über den harten Rasen hoppelte, so dass der Belgier verzog und den Ball über das Tor bugsierte (49.). Der WSV blieb auch in der Folge geduldig, stand hinten sicher und wartete vorne auf seine Chance. Und die kam: In der 71. Minute brachte El Hammouchi den Ball aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum. Knappmann ließ für Zieba durch, der seinen Gegenspieler aussteigen ließ und aus zwölf Metern einschob – 1:2. Klar, dass die Mainzer danach noch einmal alles nach vorne warfen – doch auch in dieser Phase zeigte sich die „neue“ Stabilität des WSV. Nach mehr als 94 Minuten war der fünfte Sieg im sechsten Spiel schließlich unter Dach und Fach. Die Serie lebt...
Hans-Günter Bruns: „In der Anfangsphase waren wir nicht so präsent, wie ich mir das vorgestellt hatte. Wir waren zu weit weg von den Gegenspielern. Nach 20 Minuten kamen wir dann besser ins Spiel, so dass das 1:1 zur Pause korrekt war. In der zweiten Hälfte ging das Spiel hin und her, allzu viele klare Torchancen gab es nicht – aber wir hatten die klareren. Das 2:1 von Maciej Zieba war natürlich ein tolles Tor. In der ersten Halbzeit war ich überhaupt nicht zufrieden mit seiner Leistung, das habe ich ihm auch in der Pause gesagt. In der Schlussphase hat Mainz versucht, noch mal Druck aufzubauen, doch wir konnten uns auf unsere Abwehr verlassen. Es war ein hart umkämpfter Sieg, die Mainzer haben uns läuferisch und kämpferisch alles abverlangt.“
Weiter geht´s am nächsten Sonntag mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Köln II.
FSV Mainz 05 II: Karius – Schilk, Schönheim, Schneider (60. Raltschitsch), Buballa – Gopko – Hoilett (86. Lutz), Stieber – Jeffrey – Parker, Tankulic (68. Durm). Trainer: Martin Schmidt
Wuppertaler SV: Semmler – El Hammouchi, Schlieter, Flottmann, Herzenbruch – Landers (88. Baltes), Meier, Fleßers (86. Haas), Moosmayer – Zieba (90. Asaeda), Knappmann. Trainer: Hans-Günter Bruns
Tore: 1:0 Tankulic (3.), 1:1 Schlieter (37.), 1:2 Zieba (71.)
Gelbe Karten: Gopko (44.) – Moosmayer (87.)
Schiedsrichter: Andreas Bischof (Külsheim)
Zuschauer: 400

















