Platzt an der Landwehr der Knoten?

// Michael Kuhn

Es ist das vielleicht wichtigste Spiel der gesamten Hinrunde, mit Sicherheit aber ein Richtungsweisendes. Wenn die U19 Junioren am Sonntag zum Auswärtsspiel bei Aufsteiger RW Oberhausen an der Landwehr antreten, geht es dem Grunde nach um mehr als 3 Punkte. In dieser Begegnung wird sich der weitere Weg in der laufenden Saison maßgeblich mitentscheiden denn Punkte in einem direkten Duell zählen bekanntlich doppelt.

Der Fokus in dieser Woche liegt ausschließlich auf dem Spiel, das um 13.00 Uhr auf dem RWO Trainingsgelände „Am Rechenacker 62“ angepfiffen wird. Die Mannschaft von Trainer Stefan Janßen belegt momentan den 11.Tabellenplatz mit 9 Punkten. Dies ist aktuell auch der Platz der Begierde des WSV, denn am Ende der Saison würde dies den Klassenerhalt in der A-Junioren Bundesliga-West bedeuten. Die Kleeblätter haben damit einen Punkt Vorsprung auf Alemannia Aachen und 2 Punkte auf unsere Mannschaft. Als Aufsteiger gelang mit dem Sieg zum Saisonstart gegen RW Ahlen ein optimaler Einstand in der neuen Klasse. Doch schon bald merkte man, dass oberhalb der Niederrheinliga ein anderer Wind weht. Die folgenden 6 Spiele gingen allesamt verloren und man fand sich schnell im Tabellenkeller wieder. Doch im Ruhrpott ist man es gewohnt zu kämpfen und eben mit diesen Tugenden konnten die letzten beiden Heimspiele gegen VFL Bochum mit 4:0 und den 1.FC Köln mit 2:1 gewonnen werden. Am vergangenen Wochenende unterlag man auswärts beim Überraschungsteam der Saison Preußen Münster mit 0:2 Toren. Somit steht in der Statistik das man alle bisher errungenen Punkte daheim holte und dieser Umstand sollte Warnung für unsere Mannschaft sein.

Mit dem unglücklichen 3:3 im letzten Auswärtsspiel bei RW Ahlen gelang zwar der erste Punktgewinn auf Gegners Platz, einem „Dreier“ läuft man aber noch hinterher. Doch man fährt am Sonntag nach Oberhausen mit dem Ziel den ersten Auswärtssieg einzufahren. Optimistisch stimmt Trainer Christian Schumacher die Erinnerung an den Nikolaustag vor genau 2 Jahren. Mit dem damals in letzter Sekunde errungenen 2:1 Erfolg legte man den Grundstein zur Niederrheinmeisterschaft und dem damit folgenden Aufstieg in die Bundesliga. Lars Geisler war der Matchwinner mit einem Doppelpack.

Doch für Erinnerungen kann man sich bekanntlich nichts kaufen und am Sonntag geht es wieder bei 0:0 los. Es wird am Ende voraussichtlich die Mannschaft das Spiel gewinnen die mehr Leidenschaft an den Tag legt und zuerst den Kampf annimmt. Somit ist es auch eine Charakterfrage für jeden einzelnen Spieler. Die Personalsituation hat sich gegenüber dem letzten Wochenende wieder leicht entspannt. Yannik Böhr, Giuliano Pfeifer und erstmals auch Melih Karakas stehen wieder zur Verfügung. Dagegen werden Nils Dübbert und Manoel Splettstößer bis zur Winterpause wohl nicht mehr eingesetzt werden können.

Vor dem so wichtigen Spiel unterhielt sich die wuppertalersv.com-Redaktion mit dem nach seiner Leistenoperation noch auf Eis liegenden Cheftrainer Christian Schumacher, dessen Mitwirken am Sonntag erst kurzfristig entschieden werden kann.

Wie zufrieden bist Du mit dem bisherigen Saisonverlauf Deiner Mannschaften nach 11 ausgetragenen Spielen?

Das Saisonziel war und ist weiterhin der Klassenerhalt. Im Moment können wir mit dem erreichten nicht zufrieden sein, wie man bei einem Blick auf die Tabelle deutlich feststellt. 

Auf Grund der vielen Verletzten, hat sich in der Mannschaft noch keine Hierarchie gebildet. Was immer wieder zu sehen ist, wenn die Spiele sehr umkämpft sind. Da fehlt uns ein echter Leader, einer der das Heft mal in die Hand nimmt. Erfreulich ist das wir schon einige unserer Spieler an die Senioren heranführen konnten. Das ist eigentlich auch unsere Arbeit, was leider immer mal wieder vergessen wird.

Welche Erwartungen hast Du an die letzten beiden Spiele gegen RW Oberhausen und Fort. Düsseldorf?

Um das gesteckte Saisonziel zu erreichen, müssen wir aus diesen beiden Spielen schon 4 Punkte holen.

Wird es im Spielerkader im Hinblick auf die Rückrunde Veränderungen geben?

Das ist nicht so einfach die guten Spieler wachsen nicht auf den Bäumen bzw. liegen die Jungs nicht im Supermarkt und ich gehe ein wenig einkaufen. Wir werden auf jeden Fall etwas machen und versuchen uns, in allen Mannschaftteilen zu verstärken. Vielleicht gelingt es uns, genau wie in der letzten Saison Spieler zu finden, die uns weiterbringen. Um dann am Ende unser gestecktes Saisonziel zu erreichen.

Siehst Du die Möglichkeit auf Dauer Juniorenbundesligafußball beim WSV etablieren zu können?

Meiner Meinung nach könnte der WSV eine feste Größe in der A- Junioren Bundesliga werden. Immerhin ist es uns gelungen zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Klassenerhalt zu schaffen. Im Verein steckt eine ganze Menge Potenzial, was wir versuchen müssen voll aus zu schöpfen. Ich glaube aber, dass dies noch nicht alle bei uns im Verein verstanden haben. Da sind uns die anderen Mannschaften noch einen Schritt voraus und wir müssen noch viel Arbeit rein stecken, um auf lange Sicht ein ständiger Gast in der höchsten deutschen Spielklasse zu sein.

Du hast vor 3 Wochen erfolgreich die B-Lizenz in Kaiserau erworben. Welchen Stellenwert hat dies für Deine weitere Trainerkarriere?

Der Stellenwert ist sehr hoch, denn ich habe in meiner Trainerkarriere noch viel vor. Es freut mich sehr, dass ich die B-Lizenz hier in meiner Zeit beim WSV gemacht habe. Im nächsten Jahr möchte ich dann mit der A-Lizenz weitermachen.

Zum Abschluss Dein Tipp für das Spiel bei RW Oberhausen:

Wir gewinnen das Spiel und schießen ein Tor mehr als der Gegner.

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Dir und der Mannschaft für das Spiel in Oberhausen viel Erfolg.


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